Interventionsstellen

Was sind Interventions- und Koordinierungsstellen (IKS)?

 

Die sächsischen Interventions- und Koordinierungsstellen helfen Ihnen, wenn Sie von körperlicher oder seelischer Gewalt im engen sozialen Nahraum, also „zu Hause“ in der Familie, betroffen sind oder von Stalking, d.h. von willentlicher und wiederholter Verfolgung und Belästigung durch eine Person.

 

Die IKS sind öffentlich zugänglich, arbeiten geschlechtsneutral und sind zu Verschwiegenheit verpflichtet.

 

Sie arbeiten pro-aktiv durch einzelfallbezogene Krisenintervention und dementsprechende Beratungs- und Betreuungsarbeit für die Betroffenen Häuslicher Gewalt unter Anwendung der Möglichkeiten, die das Gewaltschutzgesetz und - in Fällen von Stalking – die geänderten § 238 (StGB) und § 112a Strafprozessordnung (StPO) bieten.

 
Welche Angebote erhalten Sie in den IKS?

 

Beratung in Fällen von Häuslicher Gewalt und Stalking

 

Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen Wahlmöglichkeiten und tragfähige Lösungen bzw. Lösungsperspektiven für Ihre Sicherheit zu finden sowie Ihre Eigeninitiative zu stärken. In der Regel können Sie das Angebot in den Beratungsstellen wahrnehmen, in Einzelfällen ist auch eine aufsuchende Beratung an einem für Sie günstigen Ort möglich.

 
Unterstützung in der Krisensituation und bei der individuellen Suche nach Wegen aus der Gewalt

 

Wesentlich für die pro-aktive Arbeit der Krisenintervention ist der Ausschluss weiterer Gefährdungen für Sie, d.h. die Mitarbeiterinnen der IKS unternehmen nichts gegen Ihren Willen. Es ist Ihre individuelle Entscheidung, wie und in wieweit sie zusammen mit Ihnen vorgehen werden.

 

Information zum Gewaltschutzgesetz (GewSchG)

 

Das GewSchG als wichtiges Instrument zur Bekämpfung Häuslicher Gewalt ist eine effektive Hilfe. Daher bieten die IKS Ihnen eine umfassende Information über Ihre Rechte und den daraus resultierenden individuellen Konsequenzen, und vermitteln Sie bei Bedarf an geeignete Rechtsanwälte/Rechtsanwältinnen weiter.

 
Hilfe und evtl. Begleitung im Umgang mit Behörden sowie Vermittlung an andere Beratungsstellen und geeignete Hilfsangebote

 

Durch die kontinuierliche Kommunikation mit allen beteiligten Institutionen und Behörden kennen die IKS die Arbeitsschwerpunkte ihrer Netzwerkpartner. Daher ist eine gezielte Vermittlung und/oder Begleitung zu diesen möglich.

 


Wie erreichen Sie die IKS ?

 

Kontakt zu uns können Sie persönlich, über Netzwerkpartner oder über Dritte (z.B. Ärzte, Behörden, Ämter, andere Beratungsstellen, Verwandte, Bekannte usw.) herstellen. Die Kontaktaufnahme ist telefonisch, schriftlich, per E-Mail oder vor Ort in den IKS möglich.

 

Sie können auch veranlassen, dass die Polizei Ihre Daten an die IKS übermittelt. Diese nehmen dann mit Ihnen Kontakt auf.

 


Was tun die IKS außerdem?

 

Als Institutionen der Vernetzung und Intervention leisten die IKS eine Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung des vorhandenen Unterstützungssystems und die übergreifende Vernetzung aller helfenden Einrichtungen und staatlichen Institutionen (z.B.: Polizei, Amts- und Familiengerichte, Sozial- und Jugendämter, Gleichstellungsstellen und Rechtsmedizin) für eine wirksame Intervention bei Häuslicher Gewalt.

 

Sie sensibilisieren die Öffentlichkeit durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und die Schulung von Menschen, die potentielle Helfer für Betroffene von Häuslicher Gewalt sind.